Google Ads Audit im E-Commerce: Was zuerst prüfen?
Stimmen Ziele, Umsatzmessung und Produktdaten? Fünf Checks für Ihr Google-Ads-Konto, bevor Sie Gebote und Budgets verändern.
Womit beginnt ein Google Ads Audit im E-Commerce?
Bei einem Google Ads Audit im E-Commerce prüfe ich zuerst fünf Grundlagen: Conversion-Ziele, Umsatzmessung, Kampagnenauswertung, Produktdaten und den Abgleich mit dem Shopsystem.
Diese Reihenfolge hat einen praktischen Grund: Wenn beispielsweise Warenkörbe wie Käufe zählen oder Umsätze doppelt erfasst werden, beruhen spätere Gebots- und Budgetentscheidungen auf falschen Signalen.
🎯 Optimiert Google Ads auf die richtigen Conversion-Ziele?
Käufe, Newsletter-Anmeldungen und gefüllte Warenkörbe haben unterschiedlichen wirtschaftlichen Wert. Prüfen Sie deshalb, welche dieser Aktionen tatsächlich in die Gebotsoptimierung Ihrer Kampagnen einfließen.
Entscheidend sind die verwendeten Kampagnenziele und die darin enthaltenen primären und sekundären Conversion-Aktionen. Primäre Aktionen zählen für Gebote, wenn das zugehörige Ziel verwendet wird. Sekundäre dienen normalerweise der Beobachtung, können in benutzerdefinierten Zielvorhaben aber ebenfalls für Gebote zählen.
Bei wenigen Käufen können vorgelagerte Aktionen bewusst als zusätzliche Signale dienen. Prüfen Sie regelmäßig, ob diese Aktionen tatsächlich mit späteren Käufen zusammenhängen.
💶 Erfasst das Conversion-Tracking Käufe und Umsatz korrekt?
Prüfen Sie anhand einer Testbestellung den übermittelten Kaufwert, die Währung und die Transaktions-ID. Kontrollieren Sie außerdem, ob derselbe Kauf über mehrere Conversion-Aktionen in die Optimierung einfließt, etwa über das Google-Ads-Tag und einen Analytics-Import.
Zur Umsatzdefinition gehören weitere Fragen: Sind Umsatzsteuer und Versandkosten enthalten? Werden relevante Retouren und Stornierungen berücksichtigt?
Für die wirtschaftliche Bewertung muss zudem klar sein, ob Ihr Google-Ads-ROAS mit Brutto- oder Nettoumsatz rechnet und welche Werbekosten einbezogen werden.
🔎 Lassen sich Brand, Neukunden und Produktgruppen getrennt bewerten?
Ein gemeinsamer ROAS kann verdecken, woher das Ergebnis stammt. Markenbezogene Suchanfragen, neue Kunden und Produkte mit unterschiedlichen Margen sollten in der Auswertung unterscheidbar sein.
Prüfen Sie insbesondere bei Performance Max, welchen Anteil Suchanfragen nach Ihrer eigenen Marke am Ergebnis haben. Bewerten Sie außerdem, wie verlässlich Neu- und Bestandskunden unterschieden werden.
Diese Auswertung unterstützt die Budgetverteilung in Google Ads. Eine Aufteilung in zusätzliche Kampagnen ist dafür nicht grundsätzlich erforderlich. Auch lässt sich aus dem Brand- oder Neukundenanteil allein keine zusätzliche Werbewirkung ableiten.
📦 Sind die Produktdaten im Shopping-Feed vollständig und aktuell?
Google verwendet Produktdaten, um Angebote passenden Suchanfragen zuzuordnen. Fehlende Variantenmerkmale oder widersprüchliche Angaben können die Ausspielung beeinträchtigen. Grundlage sind die Produktdatenspezifikationen des Merchant Centers.
Prüfen Sie neben Fehlermeldungen auch die Inhalte: Beschreiben Titel das konkrete Produkt? Stimmen Größe, Farbe, Material, Preis und Verfügbarkeit mit der Produktseite überein?
Bei großen Sortimenten kann KI helfen, Lücken systematisch zu erkennen. Beispiele zeigt der Artikel „Wie lässt sich ein Shopping-Feed mit KI optimieren?“.
🔄 Warum unterscheiden sich Google Ads und Shopsystem?
Unterschiedliche Zahlen bedeuten nicht automatisch fehlerhaftes Tracking. Attribution, Erfassungsumfang und zeitliche Zuordnung können voneinander abweichen.
Google Ads ordnet Conversions in den üblichen Berichten dem Anzeigenkontakt zu. Der Shop erfasst die Bestellung am Kauftag. Deshalb reicht derselbe ausgewählte Zeitraum für einen direkten Vergleich nicht immer aus. Google erläutert typische Reporting-Unterschiede.
Vergleichen Sie dieselben Wertdefinitionen und berücksichtigen Sie die zeitliche Zuordnung. Größere ungeklärte Abweichungen sollten untersucht werden, bevor Sie daraus Budgetentscheidungen ableiten.
Welche Änderungen haben nach dem Kontocheck Vorrang?
Dokumentieren Sie bestätigte Fehler, begründete Verbesserungsvorschläge und offene Fragen getrennt. Fehler in Conversion-Zielen und Umsatzmessung haben meist Vorrang, weil sie die weitere Optimierung beeinflussen.
Diese fünf Checks bilden den Einstieg in einen Google Ads Account Audit. Sobald die Grundlagen stimmen, lassen sich Gebote, Budgets und Kampagnen auf einer verlässlicheren Basis weiterentwickeln.